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29. April 1848 |
Advokat Nikolaus Titus wird zum Abgeordneten der Nationalversammlung gewählt
Am 29. April 1848 wurde Nikolaus Titus (1808-1874) in
Bamberg zum Abgeordneten der Nationalversammlung gewählt, die am 18. Mai 1848
in der Frankfurter Paulskirche eröffnet wurde.
Den österreichischen und preußischen
Plänen einer Reform von oben, war die
Märzrevolution zuvor gekommen. Nachdem
die Nationalversammlung das "Gesetz über die Grundrechte des Deutschen
Volkes" und eine Reichsverfassung verabschiedet hatte, brachte der
Widerstand der großen Fürsten das Parlament zum Scheitern. Das aus etwa 100
Abgeordneten der Linken, darunter Nikolaus Titus, bestehende Rumpfparlament,
verlegte seinen Sitz nach Stuttgart, wo es am 18. Juni 1849 mit Hilfe von württembergische
Truppen aufgelöst wurde.
In den 14 Bamberger Artikeln brachte Nikolaus Titus seine liberalen Vorstellungen wie Freiheit der Presse, des Gewissens und der Lehre, Volksvertretung beim Bund und gerechte Besteuerung erstmals zum Ausdruck. Ein Entwurf der Artikel wurde am 4. März 1848 im Fränkischen Merkur -1795 gegründet und bis 1806 unter den Namen Bamberger Zeitung erschienen- abgedruckt. Unter dem neuen Besitzer Hans Julius Ecker von Eckhofen und seinem Redakteur Karl Heger wurde das Blatt zum Sprachrohr der Demokraten in Franken. Die Spitze der demokratisch-republikanischen Bewegung in Bamberg bildeten drei Männer: der Abgeordnete Nikolaus Titus, der Redakteur des Fränkischen Merkur Karl Heger (1805-1874) und der Arzt Heinrich Heinkelmann (1807-1866). Der Fränkische Merkur zeigte sich im Gegensatz zu anderen regionalen Zeitungen sehr sprachgewandt und verstand es dadurch, weite Teile der Bevölkerung, sowohl Bauern und Handwerker, als auch das Bildungs- und Bürgertum, für die demokratischen Ziele zu mobilisieren.
Barbara Christoph