1. Dezember 1859

Georg Könitzer erhält Zeichenlehrerstelle in Hof

„Unterzeichneter ist den 24. November 1818 zu Hof geboren, protestantischer Konfession, verheiratet ohne Kinder, Gesundheit mittelmäßig, Gehaltsbezüge für den Zeichenunterricht 864 Mark. Meine Ausbildung habe ich in München an der Akademie der Bildenden Künste von 1844-1847 erhalten, ich habe mich als Maler, Lithograph und Photograph beschäftigt, beide letzteren Fächer aber seit einigen Jahren wieder aufgegeben.“ Mit diesen wenigen Worten beschrieb Georg Könitzer seinen Werdegang. Die Zeichenlehrstelle an Gymnasium und Lateinschule in Hof erhielt er am 1. Dezember 1859, weil der bisherige Zeichenlehrer Schmidt zur Gewerbeschule wechselte. Als selbständiger, „freier“ Künstler hatte es Könitzer in seiner Heimatstadt nicht immer leicht. Bis zu seiner Anstellung im Schuldienst 1859 bemühte er sich, als Maler, Vertreter für Tapeten, Lithograph und Photograph über die Runden zu kommen. Er selbst bezeichnete sich am liebsten als Maler, wohl weil dies der prestigeträchtigste Teil seiner Arbeit war und am ehesten seiner Münchener Ausbildung entsprach.

Könitzer, ein beachtlicher Künstler und typischer Vertreter der schönen Künste an der Schwelle von der vorindustriellen zur industriellen Zeit, erlangte vor allem durch seine Lithographien Bekanntheit. In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wurde die Lithographie zu einer technischen Reife entwickelt, die eine praktische Anwendung im Atelier eines Künstlers oder Kunsthandwerkers erlaubte. Wenn Könitzer sich dieser Techniken bediente, befand er sich auf der Höhe seiner Zeit, die auf der realitätsgetreuen Wiedergabe eines Porträts oder einer Landschaft bestand und dabei moderne technische Reproduktionsverfahren nicht verschmähte.

Das letzte bekannte Ölgemälde Könitzers stammt aus dem Jahr 1875, die letzte Lithographie, ein Stadtplan von Hof, aus dem Jahr 1877. Danach wurde es still um ihn. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich, so daß er 1881 den Schuldienst quittieren mußte und schließlich am 31. Dezember 1885 verstarb.

Barbara Christoph

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