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10. November 911 |
König Konrad I. verschenkt Weinberge in Viereth
Bereits im 10. Jahrhundert wird Weinbau in Viereth in einer Schenkungsurkunde König Konrads I. (reg. 911–918) bezeugt. Erst knapp 100 Jahre später jedoch gewann der oberfränkische Weinbau an Bedeutung, als im März 1007 König Heinrich II. (reg. 1002-1024) der Bamberger Kirche das Besitzrecht an Weinbergen und -gärten in der Nähe von Hallstadt übertragen hatte. In der Folgezeit förderten insbesondere Bamberger Bischöfe und Klöster, wie Banz und Langheim, die Ausdehnung des Weinbaus. So entstanden Weinhänge nicht allein im klimatisch begünstigten Bamberger Raum, sondern auch bei Kulmbach (Burghaig, Ködnitz), Kronach (Friesen, Steinberg) und Staffelstein. Im 14. und 15. Jahrhundert konnte mit mehreren tausend Tagwerk Anbaufläche der oberfränkische Weinbau seinen Höhepunkt verbuchen, fast alle Hänge des Main- und Regnitztales waren bepflanzt. Die Qualität der einzelnen Weine war höchst unterschiedlich: Von sehr sauren Weinen, die mit Honig oder Met verfeinert wurden, bis hin zu qualitativ und geschmacklich hochwertigen Tropfen reichte die Bandbreite. Besonderer Gunst erfreute sich der bei Horsdorf und Loffeld, am Südhang des Staffelberges, angebaute rote Löwenthaler.
Aufgrund der Verschlechterung des Klimas in der Kleinen Eiszeit ab ca. 1560 kam es zu einem Rückgang der Anbaufläche, der durch Kriege, günstigere Weinimporte und Blattkrankheiten beschleunigt wurde. Um 1930 kam die Weinbautätigkeit in Oberfranken fast zum Erliegen. Das (von kleinen Weingärten abgesehen) letzte oberfränkische Weinanbaugebiet existiert heute bei Unterhaid.
Frühzeitig entwickelte sich das
Bierbrauen zu einem Konkurrenten des heimischen Weinbaus. Weingärten verschwanden und Hopfenkulturen wurden angepflanzt. Hauptförderung erfuhr dieser Wandel durch den Bamberger Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim (reg. 1757–1779), der im Sinne merkantilistischer Bestrebungen durch dieses Vorgehen wirtschaftliche Unabhängigkeit suchte, da bis dahin der Hopfen aus Böhmen importiert worden war.
Simone Hofknecht