Zukunft des Klinikstandortes Kutzenberg gesichert

Datum: 14.03.2017

Kategorie: Gesundheit

 

Ein Bekenntnis für den Klinikstandort Kutzenberg sowie ein Bekenntnis zur Gesundheitsregion am Obermain und die damit verbundenen Arbeitsplätze gab der Verwaltungsrat der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken in seiner heutigen Sitzung ab. Mit der angestrebten engen Kooperation von Klinikträgern werden in der Region die hohe Qualität der Patientenversorgung auch weiterhin gewährleistet und die Arbeitsplätze nachhaltig gesichert. Nach dem Beschluss des Verwaltungsrates wird es zu Umstrukturierungen am Bezirksklinikum Obermain in Kutzenberg kommen.

Zusammen mit den Klinikträgern in der Region hat sich Katja Bitter, Vorstand der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBO) seit Herbst vergangenen Jahres intensiv Gedanken gemacht, wie man Krankenhausleistungen mit Rücksicht auf die regionale Struktur in Oberfranken bündeln, die Leistungserbringung qualitativ verbessern und zugleich wirtschaftlich gestalten kann. Eine einmalige regionale, und sich zeitlich wie fachlich nur jetzt bietende Konstellation hat nun ermöglicht, beide wesentliche Ziele zu erreichen: die Arbeitsplätze in der Region zu halten und die Möglichkeiten der Patientenbehandlung weiter zu verbessern.

Für die bei weitem größte Klinik am Standort Kutzenberg, die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, bedeutet der heutige Beschluss des GeBO-Verwaltungsrates, dass sie sich vergrößern und fachlich, mit klarem Bevölkerungsbezug insbesondere im Sektor der Gerontopsychiatrie/-psychotherapie, weiter ausdifferenzieren kann. Fest steht auch, dass die Kliniken für Rheumatologie und Erkrankungen der Atmungsorgane in Kutzenberg ausgebaut werden sollen. Letztere als Teil eines neuen „Lungenkrebszentrums Oberfranken“.
„Wir stehen zum Standort Kutzenberg und zum Bezirksklinikum Obermain. Wir werden dort in den kommenden Jahren unsere Neubaupläne verwirklichen und über 100 Millionen Euro investieren. Außerdem werden mit dem heutigen Beschluss die Arbeitsplätze wohnortnah erhalten. Klinik-Verlagerung statt Klinik-Schließung war von Anfang an unser Ziel“, wiederholte Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler, der zugleich Vorsitzender des GeBO-Verwaltungsrates ist, sein klares Bekenntnis zum traditionsreichen Klinikstandort am Obermain. Ein Bekenntnis, das er bereits am vergangenen Montag den Mitarbeitern gab.

Die drei „konservativen“ Fachdisziplinen Psychiatrie/Psychosomatik, Rheumatologie und Pneumologie werden somit die künftige Standortentwicklung und das Profil des Bezirksklinikums Obermain bilden. Der Bezirk Oberfranken orientiert sich damit wieder stärker am gesetzlichen Versorgungsauftrag der Bezirke in Bayern, der sich nach Art. 48 der Bezirksordnung auf psychiatrische und psychosomatische Angebote beschränkt. Sinnvoll ergänzt werden diese Angebote durch die Versorgung spezifischer Patientengruppen mit chronischen somatischen Erkrankungen. Dieser Zuschnitt wird sich auch im ersten Bauabschnitt des geplanten Neubaus wiederspiegeln.

„Das Wohl unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unserer Patienten war bei allen Überlegungen zu Kooperationen stets an erster Stelle gestanden“, betonen Katja Bittner und Dr. Günther Denzler. Für die Mitarbeiter bietet sich durch die angestrebte enge Zusammenarbeit mit der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH und der Sozialstiftung Bamberg die Chance, mit den Fachbereichen Orthopädie und Thoraxchirurgie an andere Kliniken in der Region zu wechseln. „Jeder interessierte Mitarbeiter aus den Bereichen Orthopädie und Thoraxchirurgie erhält von der Sozialstiftung Bamberg bzw. der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH ein Arbeitsplatzangebot. Dafür werden wir am Bezirksklinikum Obermain für unsere Mitarbeiter eine mehrtägige Arbeitsplatzbörse durchführen“, erklärt Katja Bittner. Zudem werde den Mitarbeitern auch angeboten, sich auf offene Stellen innerhalb der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken zu bewerben.





Der Beschluss:
Die Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken streben nach dem heutigen Beschluss des Verwaltungsrates eine enge Kooperation mit der Sozialstiftung Bamberg an. An den Standorten Klinikum Bamberg und Bezirksklinikum Obermain soll demnach ein gemeinsames „Lungenkrebszentrum Oberfranken“ entstehen. Dafür soll die Thoraxchirurgie, die derzeit am Bezirksklinikum Obermain angesiedelt ist, nach Bamberg verlagert und dort als einziger thoraxchirurgischer Standort des gemeinsamen Lungenkrebszentrums ausgebaut werden. Die internistisch-stationäre Weiterbehandlung, etwa bei einer erforderlichen Chemotherapie oder in den Bereichen Allergologie, TBC, Infektologie oder Weaning, soll in Kutzenberg erfolgen. „Die pneumologischen Abteilungen beider Standorte erfüllen dann gemeinsam die in den Zertifizierungsvoraussetzungen für ein Lungenkrebszentrum geforderte Mindestzahl an primär diagnostizierten Bronchialkarzinomen“, hofft Katja Bittner auf eine rasche Zertifizierung. Die enge Kooperation beider Kliniken soll sich auch in einem gemeinsamen ärztlichen Personalpool sowie der gemeinschaftlichen Fort- und Weiterbildung der Ärzte abbilden.

Eine enge Zusammenarbeit soll es auch mit der Juraklinik in Scheßlitz der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH geben. So soll die orthopädische Abteilung des Bezirksklinikums Obermain nach Scheßlitz wandern, um in einem angespannten Gesundheitssektor einen dauerhaften Fortbestand der qualitativ hochwertigen orthopädischen Versorgung in der Region sicherzustellen. Im Gegenzug ist geplant, den Bereich der stationären psychosomatischen Versorgung des Standortes Burgebrach an das Bezirksklinikum Obermain in Kutzenberg anzugliedern.

Den betroffenen Mitarbeitern in den Fachbereichen Orthopädie und Thoraxchirurgie am Bezirksklinikum Obermain wird von den Kooperationspartnern ein Arbeitsplatz in Bamberg oder Scheßlitz angeboten.

Die Klinik für Internistische Rheumatologie soll nach dem Beschluss des Verwaltungsrates am Standort Kutzenberg bedarfsgerecht erweitert werden. Betten, die nicht an andere Standorte verlagert werden, sollen in psychiatrische Akutbetten umgewandelt werden. Die Berufsfachschule für Krankenpflege ist von den Beschlüssen nicht betroffen und wird weiterhin für die qualitativ hochwertige Ausbildung von Gesundheits- und Krankenpfleger sorgen.

Die beschlossenen Kooperationen müssen noch von den zuständigen Gremien der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH und der Sozialstiftung Bamberg sowie der Krankenhausplanung des Freistaates Bayern genehmigt werden.

Hintergrund:
Hintergründe für die Entscheidung waren, dass sich das Gesundheitswesen in Deutschland im Umbruch befindet, die somatischen Bereiche am Bezirksklinikum Obermain in einem großen Wettbewerb stehen, rückläufige Patientenzahlen verzeichnen und in den vergangenen Jahren hohe Defizite erwirtschaftet haben, und dass sich operative Fächer in Häusern mit einem breiteren somatischen Portfolio weit besser wiederfinden.

„Wir wollen die Standorte gemeinsam nach ihren Stärken und dem Versorgungsauftrag der jeweiligen Träger neu aufstellen und vermehrt Synergieeffekte nutzen“, sagt Katja Bittner, Vorstand der GeBO. Darüber hatte es im Vorfeld der heutigen Entscheidung zahlreiche Gespräche mit den verschiedenen Klinikträgern in der Region gegeben. Neben der Sozialstiftung Bamberg und der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH auch mit dem Klinikverbund REGIOMED.

Die Klinik für Thoraxchirurgie umfasst 22 Betten, die Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie 60 Betten. Insgesamt arbeiten derzeit rund 115 Vollzeitkräfte für die beiden Klinikbereiche.

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