Champions-League der jungen Stargeiger

Datum: 08.05.2017

Kategorie: Haus Marteau

 

134 junge Geiger aus 25 Ländern hatten sich angemeldet, 102 sind angetreten, 16 von ihnen haben sich in einer viertägigen ersten Runde durchgesetzt. Nach dem Finale stehen die drei Sieger fest: Den 1. Platz erreichte Lorenz Chen aus Freiburg. Der 23-Jährige erhält damit als Sieger des 6. Internationalen Violinwettbewerbs Henri Marteau für seine außergewöhnliche und überzeugende Leistung ein Preisgeld von 10.000 Euro, gestiftet von der Wilo-Foundation, sowie eine CD-Produktion mit dem Bayerischen Rundfunk.

Auf den 2. Platz spielte sich Yukino Nakamura aus Japan. Die 21-jährige kann sich über 7500 Euro Preisgeld freuen, das von der Oberfrankenstiftung zur Verfügung gestellt wurde. Den 3. Platz belegt der 24-jährige Stepan Starikov aus Russland, der 5000 Euro, gestiftet vom Freundeskreis Haus Marteau, für seine hervorragende Leistung erhielt.
Bei dem Wettbewerb wurden außerdem mehrere Sonderpreise vergeben, die mit jeweils 1000 Euro dotiert waren: Den Magister-Wilfried-Schönweiß-Preis für die beste Interpretation einer Komposition von Max-Reger gewann Tatjana Roos aus Großbritannien, die sich auch den Sonderpreis für die beste Mozart-Interpretation sichern konnte. Den ebenfalls mit 1000 Euro dotierten Publikumspreis erspielte sich der Erstplatzierte Lorenz Chen. Der Dr.-Günter-Bendorf-Gedenkpreis für die beste Henri-Marteau-Interpretation ging an Marie-Astrid Hulot aus Frankreich und der Wolfgang-Winkler-Gedenkpreis für die beste Bach-Interpretation an Moritz König aus Deutschland.

Über einen ganz besonderen Preis darf sich Martin Zayranov aus Bulgarien freuen: er bekommt als Leihgabe für drei Jahre eine Kopie der berühmtem Maggini-Geige Henri Marteaus. Auch elf Violinschüler der Musikschule der Hofer Symphoniker durften während der Endrunden einmal richtige Jury sein und wählten unter den sechs Finalisten ihren Favoriten. Den Jugendjurypreis, der mit 500 Euro versehen ist, erspielte sich dabei die Zweitplatzierte Yukino Nakamura.

Der Gewinner Lorenz Chen, Schüler von Julia Fischer und Ana Chumachenco an der Hochschule für Musik und Theater in München, zeigte beim Abschlusskonzert mit den Hofer Symphonikern unter der Leitung von Elias Grandy, dass er völlig zu Recht den Gesamtsieg davon trug. Er hatte sich dazu das Violinkonzert D-Dur op. 35 von Peter Tschaikowsky ausgewählt, das er hochkonzentriert und absolut virtuos musizierte und dabei viele Feinheiten und Details kenntnisreich herausarbeitete. Mit großem künstlerischen Ernst, echter Zuneigung und großer Sorgfalt musiziert Lorenz Chen kraftvoll zupackend und erhält dafür schon nach dem ersten Satz Bravo-Rufe.

Zwei lange und anstrengende Vorrunden lagen hinter den Teilnehmern, ehe der Juryvorsitzende Gilbert Varga die Finalisten am Freitagabend bekannt gegeben hatte. Die Vorrunden fanden in Haus Marteau, der Internationalen Musikbegegnungsstätte des Bezirks Oberfranken und früheren Wohnstätte des berühmten Geigers und Komponisten Henri Marteau, in Lichtenberg statt. Marteau hatte sich dort auch immer wieder der Lehre verschrieben und gab Unterricht und Meisterkurse. Der Intension nachgehend hatte der Freundeskreis der Musikbegegnungsstätte Haus Marteau 1999 beschlossen, dem Meister zu Ehren einen Violinwettbewerb im dreijährigen Turnus auszutragen. Und so fand der Wettbewerb zunächst ehrenamtlich organisiert, seit 2005 unter der Leitung der Hofer Symphoniker und unter der Trägerschaft des Bezirks Oberfranken mittlerweile zum 6. Mal in Lichtenberg, beziehungsweise in Hof statt.

Bezirkstagspräsident Günther Denzler nannte den Wettbewerb einen kulturellen Glanzpunkt, der weit in die Welt hinausstrahle. „Es ist uns wichtig, dass der Wettbewerb in der Region verankert ist“, sagte Denzler. So sei es eine der Besonderheiten, dass zahlreiche Teilnehmer in Gastfamilien untergebracht sind. Das sei für einen derartigen Wettbewerb einmalig. Auf eine andere Besonderheit wies Juryvorsitzender Gilbert Varga hin. So sei es üblich, dass alle ausgeschiedenen Teilnehmer nicht einfach davongeschickt werden, sondern ein umfangreiches Feedback aus den Reihen der Jury bekommen. Allein schon die Besetzung der zehnköpfigen Jury zeigte das große Format des Wettbewerbs: Die bulgarische Geigerin Albena Danailova oder der österreichische Geiger Michael Frischenschlager gehörten genauso dazu, wie die renommierten Lehrmeister Igor Ozim oder Ilya Kaler. Auch die Klavierbegleiter Lauma Skride und Tomoka Nishikawa sind vielen Musikfreunden aus aller Welt ein Begriff.

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