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Pressemitteilungen
Kultur
| 02. Januar 2018

Die Wiederentdeckung eines Weltstars

Henri Marteau kehrt zurück in die Konzertsäle

Das Bild zeigt ein zeitgenössisches Gemälde von Henri Marteau mit einer Violine in der Hand.
Henri Marteau (1874–1934), deutsch-französischer Geigenvirtuose und Komponist, avancierte vor dem Ersten Weltkrieg vom Wunderkind zum gefeierten Weltstar. (Foto: Bezirk Oberfranken)

Für Freunde und Fans des Violin-Virtuosen Henri Marteau (1874-1934) war es ein bewegtes Jahr: Nach dem 6. Violinwettbewerb Henri-Marteau mit Rekordbeteiligung im Frühjahr, dem Spatenstich zum Umbau der ehemaligen Villa des deutsch-französischen Geigers und der Einspielung bisher unveröffentlichter Stücke durch Vesselina Kasarova und Galina Vracheva wurde im November ein Violinkonzert Marteaus durch die Mittelsächsische Philharmonie unter Leitung von Raoul Grüneis uraufgeführt. Die Wiederentdeckung eines Weltstars.

„Es freut mich sehr, dass Henri Marteau wieder verstärkt ins Bewusstsein der klassischen Musik gerät. Der einstige Weltstar ist musikhistorisch betrachtet zu Unrecht nach seinem Tod in Vergessenheit geraten“, zeigt sich Dr. Ulrich Wirz, Leiter der Internationalen Musikbegegnungstätte des Bezirks Oberfranken Haus Marteau in Lichtenberg, glücklich über die derzeitige Entwicklung.

Mit der Fertigstellung des neuen, innovativen Konzertsaals an der ehemaligen Künstlervilla werde das Erbe Marteaus nochmals mehr in den Fokus rücken, ist sich Wirz sicher. Der Bezirk erwarb 1980 das Anwesen des einstigen Violinvirtuosen und Musikpädagogen im oberfränkischen Lichtenberg und baute es zu einer international anerkannten Musikbegegnungsstätte um. Fast 40 Meisterkurse unterschiedlichster Instrumentengattungen finden in dem denkmalgeschützten Gebäude alljährlich statt. „Aufgrund der Um- und Ausbauarbeiten an der Villa mussten wir erstmals seit über 30 Jahren mit unseren Meisterkursen ins benachbarte Bad Steben ausweichen“, ist Wirz froh, ein Ausweichquartier für die gefragten Kurse mit bekannten Dozenten gefunden zu haben.

Ausrufezeichen in der Kulturlandschaft

Um die wöchentlichen Abschlusskonzerte der Meisterkurse künftig unter noch professionelleren Bedingungen präsentieren zu können, wird derzeit durch den renommierten Münchner Architekten Peter Haimerl ein neuer Konzertsaal in Form eines unterirdischen Stollens neben der Villa errichtet. Bisher fanden die Konzerte im Speisezimmer und in der Bibliothek des Hauses statt. Oft reichte der Platz nicht aus, manche Besucher hatten keine Sicht auf die Musiker und Zuhörer in angrenzenden Räumen klagten über die schlechte Akustik. „Das wird sich ändern“, versprach der oberfränkische Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler bereits beim Spatenstich im September. Mit einem Bauwerk, das international wahrgenommen werden wird. „Damit wollen wir ein Ausrufezeichen in der Kulturlandschaft Oberfrankens setzen“, so Denzler.

Doch auch musikalisch hatte das vergangene Jahr in Bezug auf Henri Marteau viel zu bieten. Die Bulgarin Vesselina Kasarova, unbestritten eine der bedeutendsten Mezzosopranistinnen unserer Zeit, hat sich zusammen mit ihrer Landsfrau Galina Vracheva, Konzertpianistin und Komponistin, an zwei Liedzyklen von Henri Marteau gewagt. Bei dem nun auf CD veröffentlichten Liederzyklus op. 19c handelt es sich um eine Weltersteinspielung, denn dieses Werk war Jahrzehnte lang vergessen, bis es 2016 zufällig in einem Berliner Musiknachlass entdeckt wurde. „Den Zyklus Opus 19c hat Henri Marteau während seiner Schutzhaft in Deutschland zwischen 1915 und 1917 komponiert. Er umfasst acht französische Lieder, überwiegend in langsamem Tempo mit verhangener Stimmung in Moll. Die vertonten Gedichte von poetischer, atmosphärischer Musiksprache geprägt, beschreiben bildhaft und symbolisch die Natur, den Regen und das Meer“, erklärt Marteau-Kenner Wirz. Abgerundet wird diese außergewöhnliche CD durch eine historische Aufnahme der Fünf Schilflieder für Bariton op. 31, Dietrich Fischer-Dieskau 1956 für eine Sendung beim NDR eingespielt hat und welche Jahrzehnte vergessen im Schallarchiv des NDR lag. Eine Rarität, die auf der Homepage des Bezirks Oberfranken auf CD bestellt werden kann.

Vielumjubeltes Violinkonzert

Noch aufregender war für Wirz jedoch die vielumjubelte Uraufführung von Henri Marteaus Violinkonzert durch die Mittelsächsische Philharmonie unter Leitung von Raoul Grüneis im November in Freiberg. „Die Originalpartitur des Konzerts gilt als verschollen. Seit Marteaus Tod wurde das Konzert nicht mehr komplett gespielt. Eine kleine Sensation, die meinem Freund Raoul Grüneis da gelungen ist“, freut er sich über die geradezu euphorische Resonanz der Konzertbesucher und Musikkritiker. „Ich bin überzeugt, dass dieses Werk seinen Weg in die Konzertsäle in aller Welt finden wird“, sagt Wirz, nachdem die Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern diese Werk ebenfalls unter der Leitung von Raoul Grüneis und dem Solisten Nicolas Koeckert bereits Ende November aufgenommen hat und es ebenfalls in Konzerten öffentlich spielen möchte.

Musikbegegnungsstätte Haus Marteau

Mit der Internationalen Musikbegegnungsstätte Haus Marteau in Lichtenberg hält der Bezirk Oberfranken das Erbe des einstigen Violinvirtuosen und Musikpädagogen Henri Marteau aufrecht. Der Bezirk Oberfranken erwarb die denkmalgeschützte Marteau-Villa 1980 und veranstaltet dort jährlich fast 40 Meisterkurse mit renommierten Dozenten für junge Musiker aus aller Welt. Neben den Meisterkursen findet in der Internationalen Musikbegegnungsstätte Haus Marteau in Lichtenberg in dreijährigem Turnus in enger Zusammenarbeit mit den Hofer Symphonikern auch der Internationale Violinwettbewerb Henri Marteau statt. 

INFO Henri Marteau

Henri Marteau (1874–1934), deutsch-französischer Geigenvirtuose und Komponist, avancierte vor dem Ersten Weltkrieg vom Wunderkind zum gefeierten Weltstar. Als höchst angesehener Violinpädagoge wirkte er von 1900 bis 1907 zunächst in Genf und seit 1908 in Berlin. Im Ersten Weltkrieg wurde sein Künstlertum jedoch im deutsch-französischen Antagonismus fast zerrieben.

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