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Pressemitteilungen
Fischerei
| 07. November 2017

Fischotter drängt nach Oberfranken

Informationsveranstaltung in der Lehranstalt für Fischerei in Aufseß

Dr. Thomas Speierl, Leiter der Fischereifaachberatung, Dr. Franz Geldhauser vom Landwirtschaftsministerium, Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler, Otterberater Alexander Horn, Michaela Thiel vom Landfischereiverband und Reinhard Seuß vom Fischereiverein Schwarzenbach/Saale sitzen beim Pressegespräch auf einem Podium.
Im Nachgang an die Informationsveranstaltung in der Lehranstalt für Fischerei in Aufseß fand ein Pressegespräch mit Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler (Dritter von links) statt. (Foto: Christian Porsch)

Fischotter kommen in Oberfranken schon seit mehr als 25 Jahren vor. Sie begrenzten sich aber bisher auf die Randbereiche Fichtelgebirge und Frankenwald. In den letzten Jahren machen nun zunehmende Bestände und die weitere Ausbreitung des Fischotters auch der Teichwirtschaft zu schaffen. Die Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberfranken erhielt in den vergangenen Monaten wiederholt Berichte und Schadensmeldungen, die eine intensivere Betrachtung dieses Themas im Rahmen einer Informationsveranstaltung in der Lehranstalt für Fischerei in Aufseß nötig machten.

 „Besonders betroffen ist bereits das östliche Oberfranken (Landkreise Wunsiedel und Hof). Hier kommt es vor allem zu einer verstärkten Zuwanderung aus der nördlichen Oberpfalz. Parallel zur weiteren Verbreitung werden uns seit vergangenem Jahr nun zunehmende Schäden in der Teichwirtschaft gemeldet“, erläuterte Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler den Hintergrund der Informationsveranstaltung in Aufseß. Gerade die in Oberfranken vorherrschende traditionelle Teichwirtschaft im Neben- und Zuerwerb sei von der Fischotterproblematik besonders betroffen. „Wir sehen die Gefahr, dass diese über Jahrhunderte gewachsene Struktur nachhaltig zerstört wird“, warnte Denzler.

Ziel der Veranstaltung war es, alle für die Fischerei maßgeblichen Personen und Entscheidungsträger einen Einblick in die bayernweite und regionale Fischotterproblematik zu geben. Zusammen mit dem Landwirtschaftsministerium, dem Fischotterberater, dem Landesfischereiverband und unserer Fachberatung für Fischerei sowie betroffenen Teichwirten und Gewässerbewirtschaftern konnte die Sachlage intensiv diskutiert werden. Zudem wurde das Ausmaß der Schäden deutlich aufgezeigt. Als Maderart besitzt der Fischotter die Eigenheit mehr Fische zu töten als für den normalen Nahrungsbedarf benötigt werden. So können bis zu 20 Forellen oder Laichfische Opfer eines einzigen Ottereinfalles werden.

„Viele Teichwirtschaften und Fischzüchter stehen vor großen finanziellen und logistischen Herausforderungen. Es ist damit zu rechnen, dass besonders bei den kleinstrukturierten Betrieben viele dem Fischotter zum Opfer fallen“, erläutert Dr. Thomas Speierl, Leiter der Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberfranken, am Rande der Veranstaltung. Speierl und sein Team werden fast wöchentlich über Otterschäden informiert.

Beratung, Vorsorge und Entschädigung

Mit Hilfe des bayerischen Fischottermanagementplans sollen die fischereilichen Schäden nun möglichst gering gehalten werden. Der Managementplan umfasst drei wichtige Säulen: Beratung zum Fischotter, Vorsorge und Abwehrmaßnahmen zum Fischotter, Schadenserhebung und Ausgleich für die betroffenen Teichwirte. Die Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberfranken versuche in enger Zusammenarbeit mit der Otterberatung den Managementplan so effektiv wie möglich umzusetzen. Otterberater für Oberfranken und die nördliche Oberpfalz ist Alexander Horn, der seinen Dienstsitz im Landratsamt Tirschenreuth hat.

 „Zusätzlich müssen aber auch die Aspekte des Fischartenschutzes, des Schutzes der heimischen Krebse und Muscheln berücksichtigt werden. Wir unterstützen hier aktuelle Forschungsprojekte des Landesfischereiverbandes, mit dem Ziel die aquatische Artenvielfalt zu erhalten“, fordert Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler. Sollten die genannten Managementmaßnahmen nicht ausreichend wirksam sein, um die heimische Teichwirtschaft und Fischerei sowie die aquatische Biodiversität zu schützen und zu erhalten, müssten wie bei Kormoran und Biber zusammen mit dem Naturschutz Regelungen gefunden werden, die in solchen Fällen eine gezielte Entnahme des Fischotters ermöglichen.

INFO Fischottermanagement

Seit dem Jahr 2016 ist am Institut für Ökologischen Landbau der Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising ein sog. Fischottermanager tätig. Er hat die Aufgabe den Fischottermanagementplan umzusetzen. Zusätzlich agieren vor Ort Fischotterberater. Für Oberfranken und die nördliche Oberpfalz ist Alexander Horn mit Sitz in Tirschenreuth zuständig. Seine Aufgabe ist vorrangig die Beratung in der Fläche sowie die Unterstützung präventiver Maßnahmen (z. B. Einzäunung von Teichanlagen sowie die Abwicklung von Ausgleichszahlungen bei entstandenen Schäden in der Teichwirtschaft). Aktuell sind die Otterberater damit beschäftigt, einen Blick über die Verbreitung und das Schadensausmaß der Fischotter zu erfassen. 

Pressekontakt

Bezirk Oberfranken
Stabstelle
Öffentlichkeitsarbeit
Cottenbacher Straße 23
95445 Bayreuth

Pressesprecher
Christian Porsch
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Telefon: 0921 7846-3003
Fax: 0921 7846-43003
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