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Pressemitteilungen
Kultur
| 17. Juli 2020

Granitspitzen für Haus Marteau:

Eine Weltneuheit

Es werden insgesamt 32 Spitzen an der Decke und an den Wänden im Konzertsaal befestigt

Das Bild zeigt die Anlieferung der Granitspitzen für den neuen Konzertsaal von Haus Marteau.
Die Granitspitzen, die bis zu 13 Meter lang und bis zu vier Meter breit sind, wurden vom Architekt Peter Haimerl entworfen und sind eine Weltneuheit. (Foto: Nicole Fleischer)

Sie sind bis zu 13 Meter lang und bis zu vier Meter breit, tonnenschwer und dennoch filigran wirkend, kurz: beeindruckend in Optik und Akustik. Die Granitspitzen für den neuen Konzertsaal, entworfen von Architekt Peter Haimerl, sind eine Weltneuheit.

In diesen Wochen werden sie von den ausführenden Kusser Granitwerken mit Schwerlasttransportern aus Aicha vorm Wald nach Lichtenberg geliefert. Hier werden sie an der Decke und den Wänden des Konzertsaals befestigt, der als Anbau an Haus Marteau entsteht. 

„Granitspitzen sind auf diese Weise noch nirgendwo zum Einsatz gekommen. Sie fächern den Raum auf und geben ihm etwas Geheimnisvolles. Es ist spannend zu sehen, wie eine künstlerische Idee nach und nach Formen gewinnt und jetzt Tag für Tag unseren Konzertsaal imposanter macht“, ist Bezirkstagspräsident Henry Schramm beeindruckt von der Ingenieurs- und Handwerksleistung, die hinter dem Projekt Granitspitzen für Haus Marteau steckt.

Insgesamt 32 an der Decke und an den Wänden befestigte Spitzen aus Granit, bis zu sieben Tonnen schwer, wirken als akustische Diffusoren. So sorgen sie für einen optimalen Klang in dem Übungs- und Konzertsaal der Internationalen Musikbegegnungsstätte des Bezirks, dessen Fertigstellung für den Winter erwartet wird.

Die bisherigen Arbeiten waren sehr aufwendig, berichtet Ingenieurin Stephanie Schreiter, die zuständige Projektleiterin bei der Firma Kusser. Allein die Planungsarbeiten dauerten eineinhalb Jahre, die Fertigung im Werk noch einmal ein Jahr: „Die komplexen Geometrien der Granitspitzen machten es notwendig, diese in einem 3D-Programm zu konstruieren. Für jede Granitplatte musste ein einzelner, äußerst ausführlicher Plan erstellt werden, da an nahezu keiner Platte ein rechter Winkel existiert. Fertigungsabweichungen beim Granit und bei der Stahlkonstruktion erzwingen den Zusammenbau der Spitzen im Werk. Der Transport und die Baustellenmontage sind äußerst anspruchsvoll.“ Natürlich erfüllt es sie mit Stolz, an einer Weltneuheit mitzuarbeiten: „Das gesamte Team ist erleichtert, nun die ersten Granitspitzen montiert zu sehen. Angefangen von den Ingenieuren, die an der Entwicklung der Machbarkeit der Konstruktion mitgewirkt haben, über die technischen Produktdesigner, die die Ideen von Architekt Peter Haimerl in die Realität umgesetzt haben, bis hin zu dem gesamten Team aus unserer Fertigung und Montage. Es macht glücklich, wenn man sieht, dass sich die Energie und sehr zeitaufwendige Arbeit lohnt und am Ende ein außerordentliches Projekt erfolgreich abgeschlossen wird.“

Architekt Peter Haimerl hat die Elemente als kristalline Granitkörper entworfen, die im unterirdischen Konzertsaal eine geheimnisvolle Skulptur mit starker Wirkung bilden. „Diese Granitkeile sind gleichzeitig räumlich so komponiert, dass sie für die Besucherinnen und Besucher die Bühne fokussieren und so den Raum zum Kulturort verdichten“, beschreibt Haimerl seine Gestaltungsidee, die an die Bergbautradition im Frankenwald erinnert. „Granit ist akustisch gut wirksam, weil er die richtige Dichte besitzt. Diese an Kristalle erinnernden Formen sind maßgeblich für die Akustik. Granit ist außerdem ein Material aus Bayern, das leider oft nur für Bodenbeläge äußerst profan verwendet wird. Hier findet Granit eine leichte, neue verspielte Form.“

Der 13x13 Meter große Konzertsaal, der seinen Zugang von der Hinterseite der Künstlervilla hat, liegt an seiner tiefsten Stelle etwa 4,5 m unterhalb der Geländeoberfläche.  „Der neue Saal orientiert sich an der Vergangenheit der Gegend als Bergbauareal mit vielen Minen zum Abbau von Kupfer und Flussspat. Alexander von Humboldt hat hier seine Lehrjahre verbracht. Daher hat sich dieses ,In die Erde Hineingehen‘ auch angeboten“, erläutert der Architekt. Humboldt hatte im Auftrag des preußischen Königs Ende des 18. Jahrhunderts den Bergbau in Frankenwald und Fichtelgebirge erkundet. Dabei konzipierte er den Friedrich-Wilhelm-Stollen bei Lichtenberg.

„Der Violinvirtuose Henri Marteau hat 1912 durch den Bau seiner Villa am Rand von Lichtenberg ein bauliches Juwel und eine Stätte hochklassiger Musikpflege geschaffen. Unsere Internationale Musikbegegnungsstätte mit ihren Meisterkursen und dem Violinwettbewerb führt diese musikalische Tradition in die Zukunft. Der neue Konzert- und Unterrichtssaal ist dabei ein zentraler Baustein“, so Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold.


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