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Kultur
| 02. Oktober 2025

Museum und Politik – Partner in

kultureller und politischer Bildung?

Große Museumstagung der KulturServiceStelle auf Kloster Banz

Ein Mann in einem schwarzen Anzug steht an einem Rednerpult. Vor ihm sitzen Menschen auf Stühlen. Sie sind von hinten zu sehen.
Dr. Ludwig Spaenle, Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe bei der Museumstagung der KSS. (Foto: Bezirk Oberfranken)

Kloster Banz wurde am 25. und 26. September 2025 erneut zum Treffpunkt für Museumsverantwortliche aus ganz Bayern. Rund 70 Fachleute nutzten die mittlerweile traditionelle Museumstagung der KulturServiceStelle des Bezirks Oberfranken in Kooperation mit der Hanns-Seidel-Stiftung, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen und neue Impulse für ihre Arbeit zu gewinnen. In diesem Jahr stand die Verbindung von Museen und Politik im Fokus der Vorträge und Diskussionen. Unter den Rednern war auch Dr. Ludwig Spaenle, Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe.

 „Seit 2008 ist unsere Tagung auf Kloster Banz ein lebendiges Forum für den fachlichen Austausch geworden“, betonte Bezirkstagspräsident Henry Schramm. Renommierte Expertinnen und Experten beleuchteten diesmal in ihren Beiträgen zum Thema „Museum und Politik“, wie politische Rahmenbedingungen Museumsarbeit prägen und wie die Einrichtungen selbst gesellschaftliche Debatten mitgestalten können. Schramm betonte in seiner Begrüßung der Tagungsgäste: „Museen sind wichtige Orte der kulturellen Bildung. Es ist die Aufgabe der Politik, die Museen zu stärken: finanziell, strukturell und auch Ideell!“ Bei allen Sparzwängen müssten Politiker darauf achten, dass die Kultur nicht unter die Räder komme.

Über „das regionale Museum als Objekt von Politik und politischer Akteur“ sprach Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold in seinem Vortrag. Museen sind häufig Orte, in denen Geschichte erlebbar wird. Geschichte darstellen heiße im Museum auch, dass eine Auswahl getroffen werden müsse und somit Museen auch das Ansehen der Vergangenheit mitbestimmen, so Dippold. „Demokratiefeindlichkeit hat dort aber nichts zu suchen – da dürfen Museen nicht neutral sein, sondern müssen Position beziehen“, so die Forderung des Historikers. Im Spannungsfeld Museum und Politik brauchen die Einrichtungen mehr Unterstützung, ist sich Dippold sicher. In Oberfranken gibt es die KulturServiceStelle (KSS) des Bezirks Oberfranken, die mehr als 200 Museen in der Region fachlich unterstützt und berät. Solche Beratungsangebote müsse die Politik schaffen, keine neuen Vorschriften und Kürzungen.

Dr. Ludwig Spaenle, Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe warb im Zusammenspiel von Politik und Museen für eine Kultur des Erinnerns. „Nur wenn man über die Shoa Bescheid weiß, weiß man, dass es das nicht nochmal geben darf“, so Spaenle. Dieses Erinnern solle allerdings verbunden sein mit dem Blick nach vorne. Geschichte sei seiner Ansicht nach identitätsstiftend und zeige immer auch die Vielfalt einer Gesellschaft.

Die Veranstalter freuten sich über die erneut große Resonanz der Museumstagung 2025. Die Leiterin der KulturServiceStelle Barbara Christoph erklärte, der Vernetzungsgedanke habe die Museumstagung von Beginn an getragen. Bereits die erste Zusammenkunft 2008 setzte auf Austausch und Beratung, aus späteren Tagungen gingen richtungsweisende Projekte hervor. Dazu gehört etwa die Web-App MUSbi, die seit 2014 Museen und Schulen miteinander verknüpft und heute weit über Oberfranken hinaus genutzt wird.


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