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Blick auf die Lehranstalt für Fischerei in Aufseß
Die Lehranstalt für Fischerei wurde 1980 eröffnet. (Foto: Bezirk Oberfranken)

Kontakt

Bezirk Oberfranken
Hauptverwaltung
Fachberatung für Fischerei
Cottenbacher Straße 23
95445 Bayreuth


Telefon: 0921 7846-1502
Fax: 0921 7846-91500
E-Mail-Kontakt

Die Dienststelle "Fachberatung für das Fischereiwesen des Bezirks Oberfranken" besteht seit dem 1. Juli 1909. In den zurückliegenden Jahrhundert haben sich die Aufgaben der Fischereifachberatung grundlegend gewandelt. Die Beratung der Fischereiberechtigten und Teichwirte blieb aber Hauptaufgabe. 

Um die Stellen der Fachberater für das Fischereiwesen bei den bayerischen Bezirken wurde danach auf verschiedenen Ebenen hart gerungen. Es ging um die Frage, ob diese Stellen bei den Bezirken verbleiben oder vom Freistaat Bayern übernommen werden sollen. In der Sitzung am 5.02.1975 beschloss der Bezirkstag von Oberfranken, dass die Stelle des Fachberaters für das Fischereiwesen beim Bezirk Oberfranken wieder besetzt wird. In der Sitzung des Bezirksrates am 14.5.1975 wurde dann beschlossen, Dipl. Ing. agr. Robert Klupp ab 1.7.1975 als Fachberater für das Fischereiwesen einzustellen.

Die Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberfranken wurde ab dem Jahr 1978 personell erweitert, um der stetig ansteigenden Arbeitsbelastung gerecht zu werden. Im Jahr 1980 wurde der „Beispielbetrieb für Fischerei des Bezirks Oberfranken“ in Aufseß eingerichtet, der dann 1999 in „Lehranstalt für Fischerei“ umbenannt wurde. Es sollte damit darauf hingewiesen werden, dass in Aufseß die Vermittlung von Wissen und die Erprobung von fischereilichen Methoden im Mittelpunkt stehen, und die Erzeugung von Fischen einen notwendigen Nebeneffekt darstellt. Seit dem Ausscheiden von Dr. Robert Klupp im Jahr 2013 ist Dr. Thomas Speierl Leiter der Fischereifachberatung des Bezirks Oberfranken.

In den Jahren von 1945 bis 1948 blieb die Stelle wieder unbesetzt. Vom 1.04.1948 bis 30.06.1949 wurde die Fischerei in Oberfranken durch den neuen Fischereirat für Oberfranken und Mittelfranken, Dr. Josef Otto Hofmann (1892–1977), betreut. Ab Juli 1949 wurde das Amt des „Fischereirats von Oberfranken“ Dr. Arno Gustav Volkmar Gottbehüt (1909–2002) übertragen. Nach dem Abitur studierte er Biologie und Naturwissenschaften an der Universität Jena. 1935 promovierte er mit einer Dissertation über „Otolithen und Labyrinthe verschiedener Teleostier“ zum Dr. phil. nat. Anschließend arbeitete er an der Bayerischen Biologischen Versuchsanstalt in München. 1947 trat er schließlich eine Stelle beim Landesfischereiverband Bayern an. Während seiner Tätigkeit in Oberfranken gründete er die Teichgenossenschaft Aischgrund. Ziel dieser Vereinigung war es, die neue verlustreiche Fischkrankheit (damals als infektiöse Bauchwassersucht bezeichnet) zu bekämpfen. Ein besonderer Schwerpunkt der Tätigkeit von Dr. Gottbehüt war die Entlandung und Modernisierung von Teichen im Aischgrund durch öffentlich geförderte Teichbauprojekte. ImJahr 1951 übernahm er die Schriftleitung der Fachzeitschrift „Der Fischbauer“ (heute „Fischer & Teichwirt“). Auch nach seinem Dienstende (30.06.1974) übte er diese Tätigkeit bis 1976 aus. Besonders bei den Fischbauern im Aischgrund war Dr. Gottbehüt wegen seiner freundlichen und unkomplizierten Art außerordentlich beliebt. Seine Amtsbezeichnung lautete zu Beginn „Bezirksfischereirat von Oberfranken“, ab 1964 „Fachberater für das Fischereiwesen des Bezirks Oberfranken“. 

Unter der Dienstbezeichnung „Kreisfischereirat von Oberfranken“ übernahm Richard Herold (1881–1945) vom 16.04.1922 bis Januar 1945 dieses Amt. Herold verfügte über ein Studium in Fischzucht, Biologie und Landwirtschaft. Zwei Jahre  arbeitete er im Fischzuchtbetrieb der Familie von dem Borne in Berneuchen (heute: Barnówko, Polen, etwa 80 km östlich von Berlin). Von 1911 bis 1921 leitete er als Verwalter das Fischgut des Fürsten von Hatzfeld in Schlesien, dem damaligen Präsidenten des deutschen Fischereivereins. Von 1921 bis 1922 war er Geschäftsführer des Zentralfischereivereins für Schleswig-Holstein.

Während seiner Tätigkeit in Oberfranken beschäftigte er sich insbesondere mit den fischereilichen Schäden durch Abwassereinleitungen. Nachdem im Jahr 1937 die Regierungsbezirke Oberfranken und Mittelfranken zusammengelegt wurden, übernahm er auch die Betreuung der Fischerei für denRegierungsbezirk Mittelfranken. Herold äußerte sich mehrmalsüber Zuchtmaßnahmen beim Aischgründer Karpfen.

Von 1917 bis 1921 übernahm der Kreiswanderlehrer der Oberpfalz, der gebürtige Forchheimer Dr. August Walter (1873–1955), die fischereiliche Betreuung Oberfrankens. Von 1921 bis 1922 vertrat der Landesinspektor für Fischerei im Bayerischen Staatsministerium des Inneren, Dr. Hermann Nikolaus Maier, die Stelle des Kreiswanderlehrers für Fischerei in Oberfranken. Diese Übergangslösung konnte jedoch kein dauerhafter Zustand sein. In einem detaillierten Gutachten von Dr. Maier wies dieser eindringlich auf den unbedingten Bedarf eines eigenen Fischereisachverständigen für Oberfranken hin. Dem schloss sich auch der Kreisfischereiverein für Oberfranken (heute: Bezirksfischereiverband Oberfranken) an. Schließlich hatte man erneut Erfolg. In der Sitzung vom 1.12.1921 beschloss der Kreistag von Oberfranken (heute Bezirkstag) die Einrichtung einer Stelle für einen Kreisfischereisachverständigen für Oberfranken. Gleichzeitig wurde die Hoffnung geäußert, dass der Freistaat Bayern einen Teil des Grundgehalts für diese Stelle übernimmt.

Nach dem Inkrafttreten des Bayerischen Fischereigesetzes im Jahre 1908 drängten die Fischer, insbesondere der Kreisfischereiverein Oberfranken (heute Bezirksfischereiverband Oberfranken) darauf, einen Fischereisachverständigen einzustellen, damit für den Vollzug des Gesetzes und der dazu gehörenden Verordnung ein sachverständiger Gutachter zur Verfügung stand.

Am 1. 7. 1909 wurde der erste Fischereisachverständige für Oberfranken angestellt. Aus mehreren Bewerbern wurde der Assistent und Wanderlehrer an der Königlichen Kreiswinterschule Mühldorf am Inn, Herr H. Rauch, ausgewählt. Er erhielt die Dienstbezeichnung "Kreiswanderlehrer für Fischereiwesen in Oberfranken". Herr Rauch versah seinen Dienst mit Unterbrechung durch den ersten Weltkrieg bis 15. 4. 1917. Er schied zu diesem Zeitpunkt aus dem oberfränkischen Dienst aus, da er nach Weihenstephan berufen wurde. Der Dienstsitz von Herrn Rauch ist nicht mehr festzustellen.