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Kultur
| 17. April 2026

Anerkennung für die Sanierung

historischer Gebäude

Bezirk vergibt Denkmalpreise 2025

Viele Menschen stehen vor einer Steinwand, einige haben eine Plakette mit der Aufschrift "Denkmalpreis 2025" in der Hand.
Die Eigentümer von neun historischen Objekten erhielten in dieser Woche den Denkmalpreis 2025 im Rahmen eines Ehrungsabends des Bezirks Oberfranken. (Foto: Sabine Heid)

Im Rahmen eines feierlichen Ehrungsabend auf Schloss Thurnau hat der Bezirk Oberfranken neun Denkmalpreise aus dem Jahr 2025 offiziell verliehen. Unzählige Stunden Arbeit und viel Herzblut der Eigentümer stecken in den Projekten, die ausgezeichnet wurden.

„Sie haben verantwortungsvoll gehandelt und für sich beschlossen, dass es einen Wert hat, sich um diese Denkmäler zu kümmern. Sie haben sich entschieden, die teils maroden Gebäude nicht einfach abzureißen oder gleich auf der grünen Wiese neu zu bauen. Stattdessen haben Sie einfühlsam die gebaute Geschichte bewahrt, sie mit neuem Leben gefüllt und damit einen wichtigen Beitrag für unsere oberfränkische Heimat geleistet.“ Bezirkstagspräsident Henry Schramm würdigte in seiner Begrüßung die ausgezeichneten Preisträgerinnen und Preisträger und hob deren Engagement hervor. Mit viel Leidenschaft, Kreativität und persönlichem Einsatz hätten sie dazu beigetragen, das kulturelle und denkmalpflegerische Erbe der Region zu bewahren. Mit der Auszeichnung wolle der Bezirk Oberfranken dieses Engagement anerkennen und zugleich andere ermutigen, historische Bausubstanz zu bewahren.

Im Anschluss präsentierte Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold die prämierten Objekte und ging dabei auf die oftmals aufwendigen und detailreichen Sanierungsmaßnahmen ein. Für ihr Engagement erhalten die Maßnahmenträger jeweils ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro vom Bezirk Oberfranken.

Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Günter Dippold, die sich jährlich mit den eingereichten Vorschlägen befasst und diese bewertet. Die endgültige Entscheidung über die Preisvergabe trifft der Bezirksausschuss. Der Denkmalpreis des Bezirks Oberfranken wird seit dem Jahr 2021 verliehen.

Folgende Objekte wurden 2025 mit dem Denkmalpreis des Bezirks Oberfranken ausgezeichnet und daher in der Veranstaltung gewürdigt:

 

Stadt Bamberg: Mittlerer Kaulberg 17, 96049 Bamberg

Maßnahmeträger: Prof. Dr. Frank Pöhlau und Michaela Pöhlau

Das 1710 erbaute Eckhaus in der Bamberger Innenstadt war längere Zeit unbewohnt und daher stark renovierungsbedürftig. Es wurde von den Eigentümern einfühlsam restauriert unter Berücksichtigung baulicher Details, wie zum Beispiel der historischen Stuckdecken. Erhalten wurde auch die auffällige Muttergottesstatue, die auf einer Konsole am Eck des Hauses angebracht ist.

Landkreis Bamberg: Bachgasse 21, 96103 Hallstadt

Maßnahmeträger: Christina und Christian Schalk

Das ortsbildprägende Ackerbürgerhaus wurde für moderne Wohnzwecke umgebaut. Bei der Restaurierung des Wohnstallhauses, das im Kern aus dem späten 16. Jahrhunderts stammt, musste zwar teils das Fachwerk ersetzt werden. Jedoch wurde lobend hervorgehoben, dass die Eingriffe in die historische Substanz sehr zurückhaltend erfolgten.

Landkreis Coburg: Birkenmoor 2, 96484 Meeder

Maßnahmeträger: Greta und Oliver Großmann

Das ehemalige Rittergut im Jugendstil, erbaut 1905-10 vom Architekten August Berger, stand Jahrzehnte leer. Die Erben haben das Anwesen als Wohnhaus instandgesetzt. Dabei wurde die historische Ausstattung soweit wie möglich erhalten und überarbeitet. Selbst die Fenster mit den Rollläden aus Holz konnten instandgesetzt werden.

Landkreis Forchheim: Schoßaritz 21, 91355 Hiltpoltstein

Maßnahmeträger: Thomas Zapf

Mit viel Eigenleistung wurde das ehemalige Gasthaus restauriert. Der zweigeschossige Giebelbau ist ein ortsbildprägendes Zeugnis fränkischer Bautradition. Das Erdgeschoss ist massiv gebaut, das Obergeschoss als Fachwerk errichtet. Die Restaurierung erfolgte respektvoll unter Verwendung traditioneller Materialien.

Landkreis Hof: Reitzenstein 7, 95188 Issigau

Maßnahmeträger: Ute Kurz und Michael Flaig

Bei dem ehemaligen Gasthaus unterhalb von Schloss Reizenstein handelt es sich um einen Halbwalmdachbau mit Risalitbildungen aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert. Das historische Gebäude wurde mit großer Eigenleistung saniert und ist heute wieder ein Schmuckstück für den Ort.

Landkreis Kronach: Vogtendorf 3a, 96317 Kronach

Maßnahmeträger: Tanja Sünkel und Peter Kuntner

Mit hoher Eigenleistung renovierten die Eigentümer das ehemalige Gemeindehaus von 1763, dessen Bausubstanz stark angegriffen war. Es wurden historisch passende und ökologische Baustoffe verwendet. Die Substanz wurde, wo immer möglich erhalten. Die Stadt Kronach hat weiterhin die Rechte für das Betreiben des Uhr- und Läutwerks, dessen Glocke regelmäßig schlägt.

Landkreis Kulmbach: Wüstenbuchau 1, 95336 Mainleus

Maßnahmeträger: Erika und Christian Schuberth

Das Wohnstallhaus, der sogenannte Ochsenhof, wurde mit hoher Eigenleistung und unter enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden vorbildlich saniert. Es handelt sich um einen zweigeschossigen Schopfwalmdachbau mit verschiefertem Fachwerkobergeschoss. Heute wird der Bau als Wohn- und Gasthaus genutzt, der Stall wird zur Pferdehaltung genutzt.

Landkreis Lichtenfels: Andreas-Schmuck-Str. 13, 96247 Michelau i.OFr.

Maßnahmeträger: Petra und Josef Amon

Das zweigeschossige ortsbildprägende Gebäude mit Fachwerkobergeschoss aus dem 19. Jahrhundert wurde einfühlsam restauriert. Fassade, Tor und Einfahrt im Torbogen wurden mit neuem Farbkonzept saniert. Besonders gelungen ist die Erneuerung der Fenster.

Landkreis Wunsiedel: Schlößlein 2, 95199 Thierstein

Maßnahmeträger: Annemarie Riedel und Richard Gollner

Prämiert wird der denkmalgerechte Erhalt einer Scheune. Dies ist laut Jury ein wichtiges Zeichen für das Erscheinungsbild unsere Ortskerne. In enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden wurde auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach angebracht.

 


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