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Pressemitteilungen
Gesundheit
| 17. Oktober 2022

Morbus Bechterew - eine besondere

rheumatische Erkrankung

Weltrheumatag am 12. Oktober

Ein Arzt zeigt mit einem Stift auf ein Röntgenbild. Auf dem Bild ist eine Wirbelsäule zu erkennen
„Morbus Bechterew zeigt sich oft auch im Röntgenbild, wenn es zu knöchernen Veränderungen an der Wirbelsäule kommt“, erläutert Rheumatologe Dr. Dirk Günthel, Leitender Oberarzt am Bezirksklinikum Obermain. (Foto: GeBO)

„Der Name Rheuma“, so Dr. Dirk Günthel, „kommt aus dem Altgriechischen und bezeichnet den für dieses Krankheitsbild so typischen fließenden Schmerz.  Viele denken bei den über einhundert Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises an die rheumatoide Arthritis und die Fibromyalgie, doch der Morbus Bechterew zeigt sich immerhin bei ungefähr 1 % der Bevölkerung Mitteleuropas.“

Günthel ist Rheuma-Experte und arbeitet als Leitender Oberarzt an der Klinik für Internistische Rheumatologie am Bezirksklinikum Obermain in Kutzenberg. Am Weltrheumatag, der immer am 12. Oktober begangen wird, erinnert er an eine Krankheit, die nicht heilbar ist, deren Verlauf jedoch günstig beeinflusst werden kann. Der nach einem russischen Neurologen benannte Morbus Bechterew kann bei einer Vielzahl Betroffener zu einer Verknöcherung und Versteifung der Wirbelsäule sowie der Darm-Kreuzbein-Gelenke führen und damit verlaufsabhängig auch zu einem mehr oder minder ausgeprägten Rundrücken.

Bechterew ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, deren Ausprägungsgrad sich über Jahre und Jahrzehnte kontinuierlich verschlechtern kann, wenn sie unerkannt bleibt oder nicht behandelt wird. Bisweilen kann es zwar dazu kommen, dass das Krankheitsbild bereits in einem Frühstadium nicht weiter fortschreitet, ohne dass der Patient dadurch groß beeinträchtigt wird. Doch gibt es auch Fälle, bei denen ein Schmerz- und Entzündungsgeschehen schubweise auftritt und größte Probleme bereitet. Ist die Wirbelsäule bereits intensiv knöchern durchbaut, kann sich die Schmerzintensität sogar auf Kosten einer deutlich fortgeschrittenen Bewegungseinschränkung reduzieren. Dirk Günthel kennt viele dieser Krankheitsverläufe. Der erfahrene Rheumatologe arbeitet nicht nur klinisch, sondern hält auch Sprechstunden im Ambulanten Behandlungszentrum Obermain ab, das wie eine Praxis funktioniert.

„Entzündungen und Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule beim jungen Menschen, die über Wochen hinweg andauern, sollten auch auf Morbus Bechterew hin untersucht werden“, rät deshalb Günthel.  „Die Schmerzen beginnen in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter, oftmals schleichend und treten verstärkt in der zweiten Nachthälfte auf. Die Beweglichkeit der Gelenke nach dem Aufstehen bessert sich oft erst nach mehr als einer halben Stunde.“ Doch auch Schmerzen im Gesäß, gerade bei längerem Sitzen, können ein erstes Symptom für Bechterew sein. Dann sind die Darm-Kreuzbein-Gelenke betroffen. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule kann deutlich eingeschränkt sein. Sehnenansätze können sich ebenfalls entzünden, sogar die Augen – beides typische Symptome für diese spezielle rheumatische Erkrankung. Bei bis zu 10 Prozent der Betroffenen geht der Bechterew auch mit einem Morbus Crohn einher, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung.

Oberstes Ziel bei der Behandlung des Morbus Bechterew muss es sein, das Entzündungsgeschehen zu kontrollieren und zu reduzieren sowie die Beweglichkeit des Patienten weitgehend zu erhalten. „Sicherlich ist die medikamentöse Therapie, unter anderem mit zielgenau ins Immunsystem eingreifenden Biologika, eine Säule der Behandlung“, erklärt Günthel. „Doch ganz entscheidend ist dabei die multimodale Komplexbehandlung, nämlich das perfekte Zusammenspiel sich ergänzender und auf den jeweiligen Menschen abgestimmter Therapieverfahren. Das ist der Königsweg für einen Behandlungserfolg.“ Bewegung und Physiotherapie sind dabei genauso unverzichtbar wie Verfahren der Physikalischen Therapie (unter anderem Wärme- oder Kältebehandlungen, Massagen, Reizstrom).

Die exakte Ursache für die Entstehung eines Morbus Bechterew ist noch nicht bekannt. Ausgegangen wird von einer Störung des Immunsystems. Eine Blutuntersuchung kann offen legen, dass bestimmte, krankheitstypische Entzündungsparameter erhöht sind. Als bildgebende Verfahren kommen Kernspintomografie oder die Röntgenaufnahme in Frage.


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