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Pressemitteilungen
Fischerei
| 25. Februar 2019

Engagement für den Artenschutz

Gemeinsame Besatzaktion zur Rettung der Flussperlmuschel in Rehau

Das Bild zeigt fünf Menschen in einem Flusslauf. Neben ihnen steht eine Brutbox, in der Bachforellen ausgesetzt werden.
Michael Blaha vom tschechischen Fischereiverband, Dr. Viktor Schwinger von der Fischereifachberatung, Bezirkstagspräsident Henry Schramm, Bürgermeister Michael Abraham und Wolfgang Degelmann (v.l.). (Foto: Christian Porsch)

Der Bezirk Oberfranken fühlt sich für die Erhaltung einer intakten Gewässerlandschaft und einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt verantwortlich. Neben den heimischen Fisch- und Krebsarten steht dabei vor allem die vom Aussterben bedrohte Flussperlmuschel im Mittelpunkt der Anstrengungen.

Eine weitere Maßnahme zur Rettung der Flussperlmuschel wurde nun im Raum Rehau gestartet: Zusammen mit der Stadt Rehau wurden von der Fischereifachberatung des Bezirks Oberfranken Brutboxen ausgebracht, die dazu beitragen sollen, die heimischen Bachforellenbestände in den Flussperlmuschel-Gewässern zu stabilisieren. Die Bachforellen bilden den einzigen Wirtsfisch, den die Flussperlmuscheln zur Fortpflanzung nutzen können. Durch die schwindenden Bestände der Bachforelle sind damit auch die Bestände der Flussperlmuschel extrem gefährdet.

Gegensteuern, so lange es noch geht 

„Die Flussperlmuschel ist akut vom Aussterben bedroht. Wir müssen gegensteuern, solange das noch geht. Der komplexe und verletzliche Kreislauf bei der Entwicklung der Flussperlmuschel verdeutlicht eindrucksvoll das Wunder unserer Natur“, verdeutlichte Bezirkstagspräsident Henry Schramm die Bedeutung der neuerlichen Maßnahme an den Flussperlmuschelgewässern rund um Rehau. Artenschutz gehe nur, wenn alle Beteiligten an einem Strang zögen, unterstrich Schramm und lobte das vorbildliche Engagement der Stadt Rehau mit Bürgermeister Michael Abraham an der Spitze. Als erschreckend bezeichnete er den drastischen Rückgang der Bachforelle im Raum Rehau. Im Jahr 2015 zählte die Fischereifachberatung des Bezirks Oberfranken dort noch rund 28 der heimischen Fische auf 100 Meter Bachlauf. Im vergangenen Jahr waren es nur noch rund 3 Fische auf der gleichen Strecke. Als Ursachen für den dramatischen Rückgang der Bachforelle werden die schwindenden Lebensräume durch Trockenheit sowie zunehmender Druck durch Fressfeinde vermutet.

Die neuerliche Maßnahme des Bezirks Oberfranken setzt daher bei den Bachforellen an. Zusammen mit dem tschechischen Fischereiverband werden seit drei Jahren regelmäßig sogenannte Brutboxen ausgesetzt, um den Bestand der Bachforellen in den Flussperlmuschelgewässern zu stabilisieren. Gemeinsam mit der Stadt Rehau wurden nun auch in deren Gewässern entsprechende Brutboxen ausgebracht.

Eier von heimischen Laichfischen 

„Wir erhoffen uns davon, den Fischbestand nachhaltig zu stützen und damit die Fortpflanzungs-Chancen der Flussperlmuscheln zu erhöhen“, erläuterte Dr, Viktor Schwinger von der Fischereifachberatung des Bezirks Oberfranken. Die ausgebrachten Bachforellen-Eier stammen von Laichfischen direkt aus dem Einzugsgebiet der Flussperlmuschel-Gewässer und wurden vom tschechischen Fischereiverband (Kreisgruppe Asch) und der Anlage auf der Huschermühle des Bund Naturschutzes zur Verfügung gestellt.

Die Flussperlmuschel 

Flussperlmuscheln sind Ureinwohner Oberfrankens. Ihre Schalen und erst recht die Perlen, die allerdings nur noch sehr selten vorkommen, wurden ab dem 18. Jahrhundert zu Schmuck und Kunstgegenständen verarbeitet. Zum Schutz der Muscheln und Perlenvorkommen gab es einen eigens dafür beauftragten Aufseher. Die damals umfangreichen Bestände der Muscheln sind im 20. Jahrhundert in Oberfranken aber auch Bayern- und Bundesweit sehr stark zurückgegangen. Nach wie vor ist die Flussperlmuschel vom Aussterben bedroht und seit langem in die Rote Liste aufgenommen. Für den Artenschutz ist die Gegend um Rehau von großer Bedeutung. Nach Aussage internationaler Flussperlmuschelexperten bestehen dort gute Chancen diese faszinierende Art zu erhalten.

Die Vermehrung der Flussperlmuschel ist komplex. Ihre winzigen Frühformen (Glochidien) benötigen als Wirtsfisch die Bachforelle, auf deren Kiemen sie mehrere Monate leben. Dazu ist eine erfolgreiche Anheftung der Glochidien an die Kiemen eine Hauptvoraussetzung. Die Jungmuscheln entwickeln sich anschließend versteckt in den Kiesbetten der Gewässer. Erst im ausgewachsenen Stadium, mit nun harter Schale, kommen sie nach mehreren Jahren wieder an die Oberfläche des Gewässergrundes.

Pressekontakt

Bezirk Oberfranken
Stabstelle
Öffentlichkeitsarbeit
Cottenbacher Straße 23
95445 Bayreuth

Pressesprecher
Christian Porsch
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Telefon: 0921 7846-3003
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