Bezirk würdigt Entwürfe
für neues Stallgebäude

Schülern die Tierhaltung näherbringen, Landwirte unterrichten und Kinder bei ihrer Therapie unterstützen: für all dies könnte ein neuer Lern- und Mitmachstall an den Landwirtschaftlichen Lehranstalten des Bezirk Oberfranken in Bayreuth der richtige Ort sein. Sechs Entwürfe von Architekturstudierenden der Fakultät Design + Bauen der Hochschule Coburg zeigen, wie ein solcher Stall aussehen und sich das gesamte Gelände der Bildungseinrichtung in Zukunft weiterentwickeln könnte.
Seit längerem ist klar, dass die Schafe der Landwirtschaftlichen Lehranstalten des Bezirks Oberfranken ein neues Heim brauchen. Die grundsätzliche Entscheidung, dass ein neues Stallgebäude gebaut werden soll, ist im Bezirkstag bereits gefallen. Doch wie dieses genau aussehen soll, das ist bisher noch nicht klar. Anregungen für erste Planungen, die von der Stabsstelle Bauen des Bezirks Oberfranken erstellt werden, gibt es nun dank eines Ideenwettbewerbs, an dem sich 12 Studierende der Hochschule Coburg beteiligt haben. Die Ideen entstanden im zurückliegenden Sommersemester. Der Kontakt zur Hochschule entstand über die Bauberater aus dem örtlichen Amt für Landwirtschaft in Bayreuth. Dort hatte man in der Vergangenheit ein Projekt zum Thema Stallbau mit der Hochschule Coburg durchgeführt. Daran können die Landwirtschaftlichen Lehranstalten nun gezielt anschließen und die Kreativität der Studierenden auch bei der Planung des eigenen Lern- und Mitmachstalles einbinden.
Die Anforderungen an das Gebäude waren genau definiert: Der Stall soll der Schafhaltung eine neue Heimat geben und zusätzliche Weiterbildungsangebote für Landwirte ermöglichen. Schulklassen sollen dort Tiere versorgen und die Herkunft ihrer Lebensmittel kennenlernen können. Zugleich ist vorgesehen, den Stall in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth für therapeutische Angebote zu nutzen. Mehrere Wochen erarbeiteten die Studierenden im Sommersemester ihre Vorschläge, betreut von Prof. Dr. Rainer Hirth. Im Austausch mit dem Leiter der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Sebastian Thiem, Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold und der Kinder- und Jugendpsychiatrie lernten sie die Geschichte und Aufgaben der Einrichtung sowie die Anforderungen an den geplanten Stall kennen.
Präsentation der Entwürfe beim Erntedankfest
Die Präsentation der Arbeiten in Halle 3 stieß beim Kreiserntedankfest am 4. Oktober auf großen Zuspruch. Jedes Team hatte ein Modell und eine Präsentation mit ausführlichen Beschreibungen erstellt. Unter dem Leitgedanken „Green Campus Bayreuth“ nahmen die Studenten neben dem Stallgebäude auch die Weiterentwicklung der gesamten Einrichtung in den Fokus. Die Lehranstalten blicken auf eine mehr als 160-jährige Geschichte zurück. Bei ihrer Weiterentwicklung geht es darum, vorhandene Gebäude mit Augenmaß zu erneuern und gute Bedingungen für Ausbildung, Wohnen und Tierhaltung zu schaffen.
Bei der Würdigung der Arbeiten im Rahmen des Erntedankfestes des Bezirks Oberfranken hob die Jury den Vorschlag von Janina Rölcke und Linda Eiermann besonders hervor. Ihr Entwurf verbindet die eigenständigen Bereiche Schulhof, Bauernhof und Lern- und Mitmachstall über einen zentralen Gemeinschaftshof. Das Servicegebäude und der Stall sind durch eine Pergola verbunden, ein eigener Therapiebereich ermöglicht ungestörte tiergestützte Interventionen. Der Stall selbst orientiert sich mit seinen Rückzugsbereichen sowie dem hellen, großzügigen Flächen am Tierwohl.
„Der neue Lern- und Mitmachstall ist für mich eine Herzensangelegenheit“, erklärt Bezirkstagspräsident Henry Schramm. „Der Umgang mit Tieren kann helfen, Vertrauen aufzubauen, Freude zu erleben und neue Kraft zu schöpfen. Ich freue mich über die kreativen Ideen, die die Studenten entwickelt haben und bedanke mich für diese hervorragenden Anregungen.“
Die sechs Arbeiten sind noch keine fertigen Bauplanungen. Geeignete Ansätze aus den verschiedenen Entwürfen können in die weitere Planung einfließen. Der Stall könnte in den kommenden Jahren entstehen; über die konkrete Umsetzung muss der Bezirkstag entscheiden.
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