Bezirk sucht das
Oberfränkische Wort des Jahres 2026

Der eigene Dialekt ist Ausdruck von Identität und Heimat. Deshalb fördert der Bezirk Oberfranken auf verschiedenste Weise die Mundart. Am Tag der Muttersprache am 21. Februar startet der Bezirk Oberfranken erneut die Suche nach dem Oberfränkischen Wort des Jahres. Im Vorjahr eroberte sich die „Rowern“ diesen Titel. Nun wird ein Nachfolger gesucht.
„Die Kür des Oberfränkischen Wort des Jahres ist mittlerweile ein festes Ritual geworden. Es macht mir jedes Mal Freude zu sehen, welche Vielfalt unsere Sprache in Oberfranken zu bieten hat“, so Bezirkstagspräsident Henry Schramm. Er ruft nun alle Oberfranken wieder dazu auf, ihre liebsten Dialektworte an die KulturServiceStelle des Bezirks Oberfranken zu senden. Aus allen Einsendungen kürt eine fünfköpfige Jury, besetzt mit Sprachwissenschaftlern und Kulturschaffenden, den Sieger.
Im vergangenen Jahr fiel die Wahl auf ein Wort, das die sprachliche Vielfalt Oberfrankens eindrucksvoll widerspiegelt: „Rowern“. Je nach Region klingt die Bezeichnung für einen einrädrigen Karren mit Kiste anders: Im Westen heißt es etwa „Roban“, weiter östlich „Rowern“, im Fichtelgebirge sogar „Rodwerm“. Auch die Endungen folgen klaren regionalen Mustern – ein Beispiel für die gewachsene, geordnete Vielfalt der oberfränkischen Mundarten. Die Ursprünge des Wortes „Rowern“ liegen im 14. Jahrhundert: Das Wort geht auf „Radeber“ zurück, zusammengesetzt aus „Rad“ und dem mittelhochdeutschen „bern“ für tragen oder führen – also eine „Radtrage“. Mit „Rowern“ wurde also ein Begriff ausgezeichnet, der Tradition, Alltagskultur und die reiche Dialektlandschaft Oberfrankens auf besondere Weise vereint.
Seit 2015 sucht der Bezirk Oberfranken die Dialekt-Lieblinge und bittet um geeignete Vorschläge. Mit der „Rowern“ gibt es bereits elf Oberfränkische Worte des Jahres: neben „Meichala“ als Bezeichnung für ein Kopftuch (2023) oder "Waafn", das im Jahr 2022 die Jury überzeugte, zeigen die bisherigen Siegerwörter „Erpfl“ (2021), „Fregger“ (2020), „Sternlaschmeißer“ (2019), „derschwitzen“ (2018), „urigeln“ (2017), „a weng wenig“ (2016) und „Wischkästla“ (2015) wie facettenreich die oberfränkische Mundart ist.
„Wir suchen nach bekannten Wörtern, aber auch nach Neuschöpfungen, die das Gemeinte besonders präzise benennen und wofür es im Hochdeutschen oftmals gar keinen Ausdruck gibt“, unterstreicht Barbara Christoph, die Leiterin der KulturServiceStelle des Bezirks.
Vorschläge für das Oberfränkische Wort des Jahres 2026 können auf der Homepage des Bezirks Oberfranken unter www.bezirk-oberfranken.de/owdj eingereicht oder per Mail an kulturservicestelle@bezirk-oberfranken.de geschickt werden.
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