Zuckertüten-Aktion:
Soforthilfe in seelischer Not

Je früher sich Menschen in seelischen Notlagen Hilfe suchen, desto besser. Mit einer ebenso einfachen wie wirkungsvollen Aktion macht der Bezirk Oberfranken deshalb erneut auf das Hilfsangebot des Krisendienstes Oberfranken aufmerksam: 15.000 Zuckertüten mit der Telefonnummer des Krisendienstes werden in der Cafeteria des Bezirkskrankenhauses Bayreuth, am Bezirkskrankenhaus Rehau und in der Bezirksklinik Kutzenberg verteilt. So begegnet die wichtige Nummer 0800 / 655 3000 den Menschen ganz nebenbei im Alltag – etwa bei einer Tasse Kaffee.
Bezirkstagspräsident Henry Schramm und der Sozialplaner des Bezirks Oberfranken, Norbert Neumüller, übergaben die 15.000 Zuckertüten an die Vorständin der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBO) Eva Gill, Chefarzt Volkmar Blendl sowie Tamara Murmurachi, Leiterin der Ergotherapie in der Klinik für Forensische Psychiatrie. Auf den kleinen Zuckertüten ist gut sichtbar die bayernweit einheitliche Telefonnummer des Krisendienstes 0800 / 655 3000 aufgedruckt.
„Das Bestechende an dieser Aktion ist ihre Einfachheit: Eine Zuckertüte liegt ganz selbstverständlich auf dem Tisch – und genau dort bringen wir auch den Hinweis auf schnelle Hilfe in einer seelischen Krise hin“, sagte Bezirkstagspräsident Henry Schramm bei der Übergabe. „So erreichen wir Menschen ohne große Hürden und ohne erhobenen Zeigefinger. Gleichzeitig senden wir eine wichtige Botschaft: Über psychische Krisen zu sprechen und sich Hilfe zu holen, sollte genauso selbstverständlich sein wie bei körperlichen Erkrankungen.“ Zudem könnten die Tütchen mitgenommen oder an Menschen weitergegeben werden, für die der Hinweis auf das Hilfsangebot gerade wichtig sein könnte.
Die Zuckertüten können dabei mehr als nur auf das Hilfsangebot aufmerksam machen. Die Aktion setzt zugleich ein Zeichen gegen die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Psychische Krisen und Erkrankungen dürfen kein Tabuthema sein. Wer Unterstützung benötigt, soll Hilfe in Anspruch nehmen können, ohne sich dafür rechtfertigen oder schämen zu müssen.
Mit insgesamt 15.000 Zuckertüten erreicht die Aktion nun auch das Bezirkskrankenhaus Rehau und die Bezirksklinik Kutzenberg. Die GeBO unterstützt damit die niedrigschwellige Information über den Krisendienst und trägt dazu bei, psychische Erkrankungen stärker aus der Tabuzone zu holen.
Die Krisendienste Bayern sind täglich rund um die Uhr unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 / 655 3000 erreichbar. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hören zu, beraten Menschen in seelischen Notlagen und vermitteln bei Bedarf passende Hilfs- oder Beratungsangebote.
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