Dem Fischotter in Oberfranken auf
der Spur

Der Fischotter macht den Teichwirten in Oberfranken das Leben schwer. Viele beklagen immense Verluste durch die immer weiter steigende Population des Fischräubers. Um möglichst genaue Erkenntnisse über die Verbreitung des Fischotters zu erhalten und die Bestände zu erfassen, beteiligen sich nun auch oberfränkische Teichwirte, Angelfischer und die Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberfranken an einem bayernweiten Monitoring, das vor allem auf dem Sammeln und Erfassen von Fischotterkot basiert.
„Die Probleme durch den Fischotter haben sich extrem verschärft“, so Bezirkstagspräsident Henry Schramm. Dem Bezirk gehe es hier nicht besser als vielen privaten Teichwirten in Oberfranken. In der Lehranstalt für Fischerei des Bezirks Oberfranken wurde zum Schutz der Fischbestände, die auch für den Artenschutz gezüchtet werden, ein spezieller Otterzaun errichtet.
Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat nun eine Sammelaktion ins Leben gerufen mit dem Ziel, herauszufinden, wo aktuell in Bayern Fischotter vorkommen und wie stark der Bestand ist. In einer eigens angebotenen Schulung erläuterte Alexandra Haydn vom Bayerischen Landesamt für Umwelt rund 30 interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wie und wann man am besten auf die Suche nach den Hinterlassenschaften der Tiere gehen sollte, um das Fischottermonitoring zu unterstützen. Auf dem Gelände der Lehranstalt wurde im Anschluss an den theoretischen Teil auch draußen an der Aufseß nach Losungen und Spuren gesucht.
Bewaffnet mit einem speziellen Probenbehälter sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entlang der Fließgewässer an markanten Stellen, wie zum Beispiel unter Brücken und auf den Dämmen zwischen den Teichen auf die Suche gehen. Auf speziellen Erfassungsbögen könne man detailliert Angaben zum genauen Fundort und -tag sowie der Beschaffenheit der Örtlichkeit eintragen. Die gesammelte Otterlosung mit oder ohne Nahrungsbestandteile, aber auch fotografierte Spuren oder Sichtungen können dann direkt an das Landesamt für Umwelt gemeldet werden.
Dort kann die frische Losung genetisch analysiert werden und ermöglicht die Bestimmung einzelner Individuen, des Geschlechts sowie der Verwandtschaftsverhältnisse zwischen nachgewiesenen Tieren. „Das Verfahren ermöglicht es uns, nicht nur die Verbreitung des Fischotters zu ermitteln, sondern auch die Bestandsgröße genauer einzuschätzen,“ so Dr. Thomas Speierl, Fachberater für Fischerei beim Bezirk Oberfranken. Insbesondere die genauere Einschätzung der Populationsgröße hält er für besonders relevant. „Die letzte Allgemeinverfügung zur Otterentnahme wurde durch den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof unter anderem auch deshalb außer Kraft gesetzt, da der Erhaltungszustand des Fischotters in Oberfranken mit einer geschätzten Populationszahl von 176 Tieren nicht als "günstig" angesehen wurde. Wir müssen nun schnell eine neue Grundlage für eine juristisch sichere Entnahmeregelung schaffen.“ Denn der Fischotter sei nach wie vor die größte Herausforderung für die heimische Teichwirtschaft, so Dr. Speierl
Wer sich noch an der Sammelaktion beteiligen möchte, kann über die Webseite des Landesamtes für Umwelt Kontakt aufnehmen.
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