Vortrag und Ausstellung
erinnern an jüdische Opfer

Am Donnerstag, den 14. August 2025, um 16.30 Uhr, laden das Staatsarchiv Bamberg und der Bezirk Oberfranken zu einem besonderen Vortrag ein. Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold spricht im Staatsarchiv Bamberg über die Ausstellung „Doppelt stigmatisiert. Jüdische Opfer der NS-Krankenmorde aus Kutzenberg“ und erläutert deren Hintergründe. Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Besichtigung. Der Eintritt ist frei.
Die Ausstellung, erarbeitet von der Kultur- und Heimatpflege des Bezirks Oberfranken, widmet sich einem düsteren Kapitel der Geschichte des Klinikstandorts Kutzenberg im Landkreis Lichtenfels: Während der sogenannten „T4-Aktion“ der Nationalsozialisten wurden mehr als 400 Patientinnen und Patienten der Heil- und Pflegeanstalt Kutzenberg ermordet – die ersten zehn Opfer waren jüdischer Herkunft. Sie waren doppelt stigmatisiert: durch ihre Diagnose und ihre Herkunft.
Seit Anfang Juli ist die Ausstellung im Staatsarchiv Bamberg zu sehen und stößt auf großes Interesse. Auf 21 Tafeln werden historische Zusammenhänge, persönliche Schicksale sowie die systematische Ermordung von Menschen mit Behinderung in der NS-Zeit dargestellt. Im Mittelpunkt stehen die Biographien der jüdischen Opfer aus Kutzenberg. Ergänzt werden die Informationen durch historische Fotografien, Dokumente und Einblicke in den Alltag der damaligen Anstalt.
Der Bezirk Oberfranken treibt mit der Ausstellung die Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit voran, zu der auch die ehemalige Heil- und Pflegeanstalt gehört. Er zeige damit Verantwortung für die Gesellschaft in der Gegenwart, betont Bezirkstagspräsident Henry Schramm. „Wir als Bezirk stehen heute für eine Gesellschaft ein, die sich um die Schwächeren kümmert, für sie da ist und ihnen die Chance gibt, aktiv am Leben teilzu-nehmen. Diese Verantwortung wurde von den Nationalsozialisten nicht wahrgenommen, schlimmer noch: die Schwächsten wurden kaltblütig ermordet“. Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold ergänzt: „Was bleibt, ist die Verantwortung, an die Opfer jenes Mordens zu erinnern und Verantwortung für das eigene Tun“. Die kleine Ausstellung solle nur der Anfang sein für die überfällige Forschung zu Opfern, aber auch zu den Tätern und den Vorgängen in Oberfranken.
„Doppelt stigmatisiert. Jüdische Opfer der NS-Krankenmorde aus Kutzenberg“
Vortrag zur Ausstellung von Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold
Donnerstag, 14.08.2025, 16.30 Uhr
Staatsarchiv Bamberg
Eintritt frei
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