Oberfranken als wichtige Säule
der bayerischen Teichwirtschaft

Mit dem Einzug des Septembers beginnt für viele Genießerinnen und Genießer in Bayern eine ganz besondere Zeit: die Karpfensaison. In Baunach im Landkreis Bamberg wurde nun offiziell die Saison 2025 eröffnet – ein Festakt, der die Bedeutung dieser jahrhundertealten Tradition würdigte. Für den Bezirk Oberfranken nahm Bezirkstagspräsident Henry Schramm an der Veranstaltung teil und unterstrich die herausragende Rolle Oberfrankens für die bayerische Karpfenteichwirtschaft.
Der Karpfen gehört zu Oberfranken wie die Landschaft unserer Teiche und Flüsse. Unsere Teichwirtinnen und Teichwirte bewahren nicht nur ein wertvolles Stück Kulturgeschichte, sondern tragen gleichzeitig zur regionalen Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln bei. Dafür gebührt ihnen unser aller Dank und unsere Unterstützung“, so Bezirkstagspräsident Schramm.
Mit rund 14.100 Teichen auf etwa 2.700 Hektar Wasserfläche ist Oberfranken die Nummer drei unter den bayerischen Teichwirtschaftsregionen. Die Region trägt regelmäßig rund 15 Prozent zur gesamten bayerischen Karpfenproduktion bei – in guten Jahren bis zu 1.000 Tonnen, zuletzt jedoch nur noch etwa 600 bis 700 Tonnen. Hauptgründe sind hohe Verluste durch vorwiegend Fischotter, Reiher und Kormoran, sowie witterungsbedingte Einschränkungen.
In diesem Jahr rechnen die Fachberater mit einer oberfränkischen Gesamternte von 600 bis 700 Tonnen. Während es im östlichen Oberfranken (Fichtelgebirge) dank ausreichender Wasserversorgung ein gutes Karpfenjahr gab, war der Westen (Aischgrund, Bamberger Raum, Lichtenfels) massiv von Wassermangel betroffen. Teilweise kam es dort schon ab Juni zu Notabfischungen.
„Hier im Herzen Oberfrankens wird seit Jahrhunderten Karpfenkultur gelebt – begonnen in den Klöstern Ebrach, Langheim und Waldsassen. Dieses Wissen, gepaart mit der Liebe zur Natur, sorgt dafür, dass der Karpfen nicht nur ein Gericht, sondern ein Symbol für Heimat und Identität ist“, erklärte Schramm.
Gleichzeitig wies er auf die ökologischen Leistungen der Teichwirtschaft hin: Sie trägt zur Artenvielfalt bei, verbessert das Mikroklima und stärkt den Wasserhaushalt. Studien zeigen, dass die bayerischen Teichgebiete artenreicher sind als die Flussauen.
Besonderen Rückhalt erhielten die oberfränkischen Teichwirte auch von Staatssekretär Martin Schöffel, der aus dem oberfränkischen Wunsiedel stammt und in Vertretung von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber die Saison eröffnete. Schöffel betonte: „Bayern ist ein Karpfenland! Unsere Familienbetriebe pflegen ihre Teiche seit Generationen und tragen so zu einer lebendigen Tradition bei, die 2021 nicht ohne Grund als Immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde.“
Trotz aller Herausforderungen blickt Bezirkstagspräsident Henry Schramm optimistisch in die Zukunft: „Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass wir gemeinsam für die Zukunft unserer Teichwirtschaft eintreten. Wer sich für heimischen Karpfen entscheidet, leistet einen direkten Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft und zu einer nachhaltigen Ernährung.“
Ob klassisch gebacken, blau oder filetiert – der Karpfen sei weit mehr als ein saisonales Gericht. Er verkörpert Genuss, Tradition und ein Stück oberfränkischer Lebensart. Mit dem Start der neuen Saison sei nun die Zeit gekommen, diese besondere Spezialität wieder zu genießen.
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