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Fischerei
| 10. Februar 2026

Berufsfischer schlagen Alarm:

Belastungen nehmen überhand

Informationsbesuch des Verbandes der Bayerischen Berufsfischer in Aufseß

Vier Männer und eine Frau stehen nebeneinander. Ein Mann hält einen Fisch in der Hand.
Die gegenwärtigen Herausforderungen der Fischerei und Teichwirtschaft standen im Mittelpunkt eines Informationsbesuchs von Albert Deß, Präsident des Verbands der Bayerischen Berufsfischer (2.v.li.). (Foto: Simon Moritz)

Im Rahmen eines Informationsbesuchs an der Lehranstalt für Fischerei und Teichwirtschaft des Bezirks Oberfranken in Aufseß machte Albert Deß, Präsident des Verbands der Bayerischen Berufsfischer (VBB), auf die wachsenden Belastungen für Fischerei und Teichwirtschaft aufmerksam. Steigende Verluste durch Prädatoren, die Folgen des Klimawandels sowie zunehmende technische und wirtschaftliche Anforderungen setzten die Betriebe bayernweit massiv unter Druck.

Begleitet wurde Deß von der oberpfälzischen Bezirksrätin Heidi Rackl. Der Termin diente zugleich dem fachlichen Austausch über aktuelle Herausforderungen der Binnenfischerei.

Der Verband der Bayerischen Berufsfischer mit Sitz in Nürnberg vertritt die Interessen von rund 4.000 teichwirtschaftlichen Betrieben in Bayern. „Viele Betriebe kämpfen inzwischen mit existenziellen Problemen“, machte Deß deutlich. Besonders gravierend seien die hohen Verluste durch Fischreiher und Fischotter, die in manchen Anlagen bis zu 30 Prozent der Jahresproduktion ausmachen.

Hinzu kämen die spürbaren Auswirkungen des Klimawandels: sinkende Quellschüttungen, steigende Wassertemperaturen, langsameres Fischwachstum und ein erhöhtes Krankheitsrisiko. Um gegenzusteuern, seien immer häufiger technische Belüftungsanlagen notwendig – verbunden mit einem erheblichen Anstieg des Energieverbrauchs und der Betriebskosten.

Ein anschauliches Beispiel für diese Entwicklungen ist die Lehranstalt für Fischerei und Teichwirtschaft des Bezirks Oberfranken in Aufseß. Diese ist seit ihrer Eröffnung im Jahr 1980 ein fester Pfeiler der oberfränkischen Teichwirtschaft. Dr. Thomas Speierl, Sachgebietsleiter der Fachberatung für Fischerei beim Bezirk Oberfranken, informierte die Gäste über Geschichte, Aufgaben und aktuelle Herausforderungen des Betriebs.

Wie Betriebsleiter Simon Abt erläuterte, vereint die Anlage als teichwirtschaftlicher Beispielbetrieb die Ausbildung, Fortbildung, Beratung, Zuchtarbeit und Öffentlichkeitsarbeit unter einem Dach. Zum Betrieb gehören heute unter anderem ein Fischbruthaus, zahlreiche Forellen- und Karpfenteiche, Rundstrombecken sowie moderne Verwaltungs- und Schulungsräume.

„Die Lehranstalt in Aufseß zeigt seit Jahrzehnten, wie verantwortungsvolle Fischerei, fachliche Kompetenz und Praxisnähe zusammenwirken können“, betonte Bezirkstagspräsident Henry Schramm beim Rundgang. Gerade angesichts von Wasserknappheit, Klimaveränderungen und steigenden Anforderungen an den Arten- und Tierschutz komme solchen Einrichtungen eine immer größere Bedeutung zu.

Darüber hinaus ist die Lehranstalt ein wichtiger Ort der Öffentlichkeitsarbeit: Mit Kursen, Schulungen, Bachsafaris und dem traditionellen Fischerfest werden jedes Jahr tausende Besucherinnen und Besucher erreicht. Damit leistet der Bezirk Oberfranken einen wichtigen Beitrag, um Verständnis für die Belange der Fischerei und die Bedeutung intakter Gewässer zu fördern.


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