Wissens-Export im
Bereich Landwirtschaft

Moderne Landtechnik ist in der Ukraine vorhanden, was fehlt ist das nötige Know-How im Umgang mit den Maschinen und eine ausreichende Infrastruktur zur Reparatur. In der Landmaschinenschule des Bezirks Oberfranken in Bayreuth erhielten zwölf Mitarbeiter eines großen ukrainischen Landwirtschaftsbetriebs mit Hauptsitz in der Region Lwiw eine einwöchige Schulung rund um die Wartung und Pflege landwirtschaftlicher Fahrzeuge.
Etwa 65.000 Hektar Fläche bewirtschaftet der Betrieb „Zakhidnyi Buh“ in der Westukraine. Man verfügt dort über moderne Landtechnik, teilweise fehlt es aber an entsprechender Ausbildung und Schulung für die Mechaniker und Fahrer sowie an guter Infrastruktur für Wartung und Pflege der Maschinen oder an Ersatzteilen. Nach Vermittlung über die Hochschule Weihenstephan in Triesdorf kam es zum Kontakt mit den Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Bayreuth. Der Leiter der Lehranstalten, Sebastian Thiem, hat selbst in Triesdorf einen Master in Internationalem Agrarmanagement absolviert, ein Studiengang, in dem auch zahlreiche angehende Agrarökonomen aus Osteuropäischen Ländern studieren.
„Unsere Landmaschinenschule geht erstmals diesen Weg und bietet eine Landtechnikschulung für ausländische Fachkräfte an“, erklärt Bezirkstagspräsident Henry Schramm. Ein breites Angebot sichere die Zukunftsfähigkeit der Landmaschinenschule in Bayreuth. Zudem bringe die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Universitäten stets ein hohes Maß an wissenschaftlicher Kompetenz in die Einrichtung. Dass es nun neben der Universität Bayreuth auch mit der Hochschule Weihenstephan Triesdorf, einer agrarwirtschaftlichen Hochschule, einen weiteren Partner gibt, stärkt die Einrichtung und ist optimal für die zukünftige Ausrichtung.
An der Landmaschinenschule werden regelmäßig Landtechnikschulungen angeboten, neu ist lediglich, dass die Teilnehmer kein Deutsch sprechen. Die Gruppe wird daher von zwei Dolmetschern – ebenfalls Absolventen der Hochschule Triesdorf - begleitet, die die Lehrinhalte und die praktische Seminararbeit unmittelbar übersetzen können. „Das ist eine große Herausforderung: Hohes praktisches Lehrniveau an die Teilnehmenden zu vermitteln und gleichzeitig ein didaktisches Konzept umsetzten, das es trotz sprachlicher Barrieren sehr gut erlernbar für die Teilnehmenden macht“, so der Leiter der Landwirtschaftlichen Lehranstalten, Sebastian Thiem.
Ein Blick in den Unterricht zeigt, dass das Konzept aufgeht. Schwerpunkte der Schulung sind die Hydraulik und die Elektrik von Landmaschinen. Die Mitarbeiter sollen befähigt werden, die Einsatzsicherheit einzelner Bauteile, wie zum Beispiel der Lichtmaschine, zu überprüfen. Mögliche Fehler sollen noch vor einem Einsatz erkannt werden, um den Ertrag und die Ernte nicht zu gefährden. Die Schulungsteilnehmer zeigten sich nach der Unterrichtswoche mit dem
Ergebnis sehr zufrieden. Dank der vorhandenen Technik in der Landmaschinenschule in Bayreuth habe er sehr viel für die tägliche Praxis im ukrainischen Betrieb lernen können, so der leitende Ingenieur der Agrarholding, Anton Kyselov. In vielen Bereichen habe man gemerkt, dass man noch tiefer in die Materie einsteigen müsse. Diese Perspektive sieht auch Sebastian Thiem: „Dieser Kurs war für uns eine Premiere. Wir können uns aber sehr gut vorstellen, das Angebot für ausländische Fachkräfte weiter auszubauen.“
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